Recycelt oder aus Frischfaser: Welches Papier sollte Schule machen?
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Recycelt oder aus Frischfaser: Welches Papier sollte Schule machen?

12.07.2012 • Länge 00:02:56

Recycelt oder aus Frischfaser: Welches Papier sollte Schule machen?

Blöcke, Ringbücher und jede Menge Schulhefte – nach den Ferien ist der Ranzen wieder gut gefüllt. Aber mit welchem Papier sollten Eltern ihre Sprößlinge in die Schule schicken? Ist Recyclingpapier qualitativ genauso gut wie welches aus Frischfasern? Kann man heutzutage überhaupt noch guten Gewissens zu „normalem“ Papier greifen? Darüber sprechen wir mit Gregor Andreas Geiger vom Verband Deutscher Papierfabriken. 

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1. Herr Geiger, worauf sollte man denn beim Kauf von Schulheften achten?

O-Ton 1: „Grundsätzlich macht man mit Schulheften, deren Papier aus Deutschland stammt, nichts verkehrt. Es gibt Hefte aus holzfreiem Papier, das ist Papier, das aus Zellstoff, aus Frischfasern hergestellt wird. Da ist natürlich Holz drin, aber diese Begrifflichkeit hat sich so entwickelt. Und es gibt die Hefte aus Recycling-Papier. Beide sind qualitativ gleich gut, man kauft nichts Verkehrtes.“

2. Qualität ist das eine, ich möchte den Schulranzen aber natürlich auch möglichst umweltfreundlich bestücken. Wie kann ich das beim Papier erkennen?

O-Ton 2: „Bei Frischfaserpapieren gibt es vor allem das PEFC-Siegel und das FSC-Siegel, die besagen, dass die Fasern für dieses Papier aus einer Forstwirtschaft kommen, in der mindestens wieder so viele Bäume nachgepflanzt werden, wie eingeschlagen werden. Umgekehrt gibt es den Blauen Engel, der die Umweltverträglichkeit von Recycling-Papieren dokumentiert. Daneben gibt es eine ganze Reihe von Umweltsiegeln, die die Hersteller sich selbst gegeben haben. Da sollte der Verbraucher genau nachfragen, was die wirklich aussagen und sich z.B. auch im Internet informieren.“

3. Also sollte man generell doch lieber Recyclinghefte kaufen?

O-Ton 3: „Nein, ich denke, dass man in beiden Fällen, gleich ob man ein Frischfaserheft oder ein Recyclingheft kauft, einen guten Kauf macht, qualitativ tun sich beide heute nichts. Man steckt seinem Kind in beiden Fällen ein gutes Heft in den Ranzen. Aber der Kauf von Recyclingheften verankert natürlich bei Schülern den Gedanken des Recyclings, der Wiederverwertung im Kopf und das ist natürlich aus pädagogischer Sicht eine sehr wertvolle Sache.“

4. Aber kann ich denn nicht die Wälder retten, wenn ich auf Frischfaserpapier verzichte?

O-Ton 4: „Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und man entlastet die Wälder nicht dadurch, dass man von vorneherein ein Recyclingprodukt kauft. Aber, es ist sehr, sehr wichtig, dass Papier im Kreislauf geführt wird. Das heißt, wenn ich ein Frischfaserheft kaufe, gehört es nach Gebrauch in die Altpapiertonne und nicht in den Müll. Denn nur wenn der Papierkreislauf funktioniert, habe ich auch den bestmöglichen Effekt für die Umwelt. 

5. Trotzdem müssen wir sparsam mit Papier umgehen, oder?

O-Ton 5: „Wir müssen mit jeder Ressource sparsam umgehen, auch die Produktion von Papier verbraucht Energie und wir sollten schon darauf achten, dass wir mit allen Gütern, die wir produzieren, sorgsam umgehen. Die Papierindustrie tut das ihrerseits dadurch, dass sie in ganz hohem Maße recycelt. Wir haben eine Recyclingquote von über 70 Prozent in Deutschland und sind damit weltweit führend.“

Das war Gregor Andreas Geiger vom Verband Deutscher Papierfabriken mit Tipps, worauf Sie beim Kauf von Schulheften und –blöcken achten sollten. Vielen Dank dafür.




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