Datendrosselung bei der Telekom: Was hinter den neuen Tarifen steckt
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Datendrosselung bei der Telekom: Was hinter den neuen Tarifen steckt

16.05.2013 • Länge 00:03:29

Datendrosselung bei der Telekom: Was hinter den neuen Tarifen steckt

Die Telekom schreibt in ihren Festnetzverträgen ab sofort Datenvolumen fest. Wer über das vereinbarte Volumen hinausgeht, muss ab 2016 mehr zahlen oder surft langsamer im Internet. Dieser Schritt hat zu einer heftigen Diskussion in Internetforen, bei Verbraucherschützern und in der Politik geführt. Wir haben bei Stefanie Halle von der Telekom nachgefragt, was hinter den neuen Tarifen steckt und wer davon betroffen ist.

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1. Frau Halle, warum schreibt die Telekom ab sofort bestimmte Datenvolumen in Ihren Verträgen fest?

O-Ton 1: „Wir wollen unseren Kunden auch in Zukunft ein leistungsfähiges Netz zur Verfügung stellen. Damit das möglich ist, sollen die, die mehr Datenverkehr verursachen, auch etwas mehr zahlen als die, die wenig verursachen. Wir finden das fair.“ (0’13)

2. Was ändert sich jetzt für den Kunden?

O-Ton 2: „Derzeit nichts, denn die Volumen für den Datenverkehr werden nicht vor 2016 greifen. Aber auch danach wird sich für die meisten Kunden nichts ändern, weil sie mit dem Datenvolumen auskommen werden, das in ihrem Vertrag festgelegt ist. Nur Vielsurfer werden etwas mehr zahlen müssen. Wer Zuhause ständig das Wasser laufen lässt, muss auch mehr zahlen als Otto Normalverbraucher.“ (0’20)

3. Ist damit die lieb gewonnene Flatrate tot?

O-Ton 3: „Unsere Kunden haben weiterhin jederzeit Zugang zum Internet. Nur Vielsurfer werden in Zukunft Datenvolumen dazukaufen müssen, wenn sie mit gleicher Geschwindigkeit weiter surfen wollen. Das ist nur fair gegenüber denen, die weniger verbrauchen.“ (0’14)

4. Wie viel werden die Vielsurfer mehr zahlen müssen?

O-Ton 4: „Die neuen Volumen für den Datenverkehr werden nicht vor 2016 greifen. Deshalb ist es noch zu früh, um konkrete Tarife zu benennen. Es wird aber möglich sein, kleine Kontingente hinzuzukaufen, wenn das vereinbarte Volumen verbraucht ist. Wem das nicht reicht und wer unbegrenzt Daten verbrauchen will, der wird vielleicht bis zu 20 Euro mehr zahlen müssen. Wichtig jedoch: Nach derzeitigem Stand kommen mit unserem kleinsten Tarif mit 75 Gigabyte rund 97 Prozent der Kunden völlig aus.“ (0’30)

5. 75 Gigabyte ist eine Größenordnung, mit der die meisten Hörer nichts anfangen können. Was kann ich damit machen?

O-Ton 5: „Sie können beispielsweise pro Tag rund drei Stunden HD-Videos auf Youtube schauen. Sie können im Monat über 500 Musikalben herunterladen oder über 1.500 Stunden lang Browser-Games spielen.“ (0’13)

6. Es gibt den Vorwurf, dass Sie mit den neuen Tarifen die Netzneutralität verletzen. Was sagen Sie dazu?

O-Ton 6: „Es geht um Datenvolumen, nicht um Inhalte. Es geht um eine Tarifänderung, nicht um Netzneutralität. Das sind zwei unterschiedliche Paar Schuhe. Die Telekom steht für das offene Netz. Kunden müssen auf keinen Dienst verzichten; wir behandeln alle Internetdienste gleich.“ (0’16)

7. Aber Telekom-eigene Inhalte wie Ihr Internet-Fernsehen Entertain werden ausgenommen. Wie passt das zusammen?

O-Ton 7: „Wir sind der Auffassung: Wer mehr surft, soll auch mehr zahlen. Und genau das machen die Entertain-Kunden bereits heute: Sie zahlen mehr als für einen herkömmlichen DSL-Anschluss. Und deshalb bekommen sie mehr Leistung und der Dienst wird nicht auf das Volumen angerechnet.“ (0’16)

8. Sind die festen Datenvolumen nicht einfach eine Tariferhöhung durch die Hintertür?

O-Ton 8: „Wir kommunizieren die neuen Tarife drei Jahre bevor sie greifen. Das ist offen und transparent. Außerdem wird es eine generelle Tariferhöhung nicht geben. Im Gegenteil: Nur die, die sehr viel surfen, sollen in Zukunft etwas mehr zahlen. Für die Mehrheit der Kunden ändert sich nicht. Wir finden das fair.“ (0’19)

Das war Stefanie Halle von der Telekom zu den neuen Datenvolumen im Festnetz.




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