Neue Sporterfahrung: Kicken ohne etwas zu sehen
Deutsche Telekom

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Neue Sporterfahrung: Kicken ohne etwas zu sehen

01.06.2017 • Länge 00:03:40

Neue Sporterfahrung: Kicken ohne etwas zu sehen

Wenn Sie Jugendliche beobachten, die mit Kopfschutz und mit einer Skibrille auf der Nase versuchen Fußball zu spielen, dann haben sie wahrscheinlich Besuch von einem Spieler aus der Blinden-Fußball-Bundesliga und absolvieren mit ihm gerade eine ganz besondere Trainingseinheit. Was die Kids dabei lernen und wie man sich als Fußball-Verein bei diesem Projekt bewerben kann, weiß unser Kollege. Er war bei einem Training dabei.

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Atmo: „Kinder beim Fußball spielen und lauteren „Voy“-Rufen / Überleitung

O-Ton 1: „Die wichtigste Regel beim Blindenfußball ist das „Voy“. Das ist ein portugiesisches Wort und heißt: Ich komme, ich gehe. Und das muss der sagen, der dem ballführenden Spieler entgegengeht, weil es sonst zu Zusammenstößen und Verletzungen kommen kann“,  (0’17 mit Atmo)

sagt der von Geburt an erblindete Daniel Hoss, der quer durch Deutschland tourt und mit jun­gen Vereinskickern trainiert, und zwar mit einem Spezialball.

O-Ton 2 mit Rasseln: „Der Ball ist etwas kleiner als der normale Fußball und hat Rasseln drin, damit man den Ball orten kann.“ (0’08 mit Atmo)

Daniel unterstützt als Trainer die Initiative Neue Sporterfahrung der Deutschen Telekom, die zusammen mit der Sepp-Herberger-Stiftung und dem Deutschen Behindertensport­verband durchgeführt wird, um für mehr Verständnis und Toleranz zwischen Menschen mit und ohne Behinderung zu werben. Ihm geht es vor allem darum, zu zeigen,

O-Ton 3: „… dass man auch als Blinder nicht nur zu Hause rumhängt, sondern am normalen Leben teilhaben kann. Ich gehe arbeiten, ich kann Fußballspielen, ich kann feiern gehen. Halt nur mit dem Nachteil, dass ich es nicht sehe.“ (0’12)  

Wenn Daniel durch die Reihen flitzt, kann man dies kaum glauben.

O-Ton 4: „Wir fahren ja immer zu zweit. Ein Sehender, damit der ganze Krempel hier ankommt, und ich. Und dann irgendwann einmal kam der Trainer und sagte: Hey, ihr habt doch einen Blinden dabei. Dem ist überhaupt nicht aufgefallen, dass ich blind bin beim Aufbauen. Ich denke, so etwas, das zeigt auch, dass man das Blindenbild in Deutschland ganz schnell ändern kann und das ist auch ein ganz großer Erfolg dieser Einheiten.“ (0’20)

Über 100.000 Jugendliche in mehr als 600 Sport- und Bildungseinrichtungen haben bereits an dem Inklusionsprojekt teilgenommen, das helfen soll, jungen Menschen den Umgang mit Behinderten zu erleichtern, sagt Katja Werz von der Deutschen Telekom.

O-Ton 5: „Es ist ein Beitrag zum besseren gesellschaftlichen Miteinander. Wir setzen uns damit für mehr Toleranz, Respekt und Fairness ein. Und wir glauben, dass das über den Sport als verbindenes Element besonders gut funkioniert und das eigene Erleben und Ausprobieren funkioniert auch besser als mit dem Zeigefinger und moralischen Belehrungen.“ (0’18)

Und wie kann man sich als Verein bewerben?

O-Ton 6: „Das Bewerben geht ganz einfach. Über unsere Webseite für unser Jugend-Fußball-Engagement. Die heißt www.stollenhelden.de. Und da sind auch die Informationen und das Formular zur neuen Sporterfahrung zu finden.“ (0’13)

Eine nachhaltige Erfahrung war das Training auch für die Kinder und Jugendlichen.

O-Ton 7: „Ich finde, es ist sehr schwer, zurechzukommen. Vor allem, weil man die Orientierung komplett verliert, wenn man das zum ersten Mal macht. Und da ist auch ein Gefühl der Angst, weil du nicht weißt, wo laufe ich jetzt hin. Und das ist, finde ich, sehr, sehr komisch.“/ O-Ton 8: „Man hat den Ball vor den Füßen und hört nur dieses Rasseln. Aber man hat keine Ahnung, wo man ist. Wie die Umgebung um einen herum aussieht. Und das ist ungewohnt. Sehr, sehr ungewohnt.“ (0’28)  

Und wie beurteilen die Jugendlichen Daniels Leistung?

O-Ton 9: „Sehr beeindruckend. Auch als Mensch. Wenn man bedenkt, er kann nicht sehen, er kann nicht auf die Uhr schauen. Ich habe vollen Respekt vor ihm.“ (0’08)

Und hier noch einmal die Adresse für Vereine, die sich bewerben wollen: www.stollenhelden.de.




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