Neue Sporterfahrung: Wenn der Fußball nicht nur rollt, sondern auch klingelt
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Neue Sporterfahrung: Wenn der Fußball nicht nur rollt, sondern auch klingelt

15.09.2015 • Länge 00:02:32

Neue Sporterfahrung: Wenn der Fußball nicht nur rollt, sondern auch klingelt

Gegen einen Fußball zu treten, ist ganz einfach. Aber haben Sie das auch schon mal versucht, wenn Sie nichts sehen, weil Sie eine abgedunkelte Skibrille aufhaben? Im Rahmen eines sozialen Projektes können sich Fußballvereine in ganz Deutschland aktiv mit dem Blindenfußball auseinandersetzen. Und gleichzeitig lernen, wie blinde Menschen denken, fühlen, sich bewegen und Spitzen­leistungen erbringen. Michael Scheidel berichtet. 

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Voxpop: Rasseln des Balles, spielende Kinder. Stimme: 1:0, okay, Brillen hoch.“ (0’09)

So hört es sich an, wenn zehn Nachwuchsspieler völlig blind Fußball spielen.

O-Ton 1: „Es fängt mit dem Ball an. Der Ball hat Rasseln. Damit die Blindenspieler den überhaupt hören und auch führen können. Ein weiterer Unterschied ist, dass nur vier gegen vier Feldspieler spielen, alle blind. Und zwei sehende Torhüter, also einen sehenden Torhüter pro Mannschaft hat und einen Guide hinter dem gegnerischen Tor, damit man weiß, in welche Richtung man schießen muss.“ (0’18)

erklärt Blindenfußballer Daniel Hoss ein paar Regeln. Daniel spielt seit der WM 2006 Blindenfußball und ist seither als Botschafter für seinen Sport unterwegs. Als Trainer unterstützt er nämlich die Initiative neue Sporterfahrung der Deutschen Telekom, die in Kooperation mit dem DFB und dem Deutschen Behindertensportverband durchgeführt wird, …

O-Ton 2: „… weil ich es wichtig finde, sehenden Menschen durch den Sport zu zeigen, was blinde Menschen leisten können. Die Leute lernen für kurze Zeit, wie es ist, blind zu sein und auf was man dann achten muss. Ich hoffe einfach, dass es hilft, gegenseitig das Verständnis zu verbessern.“ (0’16)

Über 100.000 Jugendliche in mehr als 600 Sport- und Bildungseinrichtungen haben bereits an dem Inklusionsprojekt teilgenommen, das helfen soll, jungen Menschen den Umgang mit Behinderten zu erleichtern,  sagt Katja Werz von der Deutschen Telekom.

O-Ton 3: „Über den direkten Austausch mit den Athleten wollen wir den Jugendlichen ermöglichen, Hemmschwellen abzubauen. Behinderte einfach mal selber kennenzulernen und wir wünschen uns natürlich, dass sie die Erfahrung aus dem Training in den Alltag mitnehmen, damit sie an einer Bushaltestelle oder an einer Unterführung z.B., wenn sie einen Menschen mit Handicap sehen, dass sie ihn einfach mal ansprechen und sagen, kann ich ihnen helfen? Dass das die Erfahrung ist, die sie mitnehmen.“ (0’25)

Für Daniel besonders interessant ist immer, wenn ihm die Jugendlichen bei der Abschluss­runde persönliche Fragen stellen dürfen.

O-Ton 4: „Die behandeln mich wie man es muss. Die kennen da keine Scheu. Die fragen mich auch wirklich alles. Das ist wirklich super. Das freut mich auch immer. Und schöne Momente sind eigentlich immer dann, wenn die Kinder am Ende sagen, ja, es hat Spaß gemacht und ich habe auch ein bisschen was gelernt.“ (0’12)

Aber wie fühlt es sich nun an, als Sehender blind dem runden Leder hinterherzujagen?

O-Ton 5: „Irgendwie wie in so einem leeren Raum, weil man nix machen konnte.“ / „Du konntest halt nix sehen und musstest dich nur an dem Ball und dem Guide orientieren und das war schon das Schwierigste heute.“ / „Es ist auf jeden Fall eine geile Erfahrung und ich empfehle es auf jedem Fall jedem da draußen.“ (0’13)

Und wie ist Daniels Leistung einzuschätzen?

O-Ton 6: „Daniel hat natürlich einen sehr guten Schuss und sprintet dann noch dabei und wir sind nur gegangen. Ja, finde ich super!“




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